Der Mann im Kochtopf

Oben links die Schnalle vom Schwertgurt, unten die kleinere Gürtelschnalle
Die Graffiti-Figur ist auf eine Bronzeplatte geritzt, die später in Stücke zerschnitten wurde. Die Teile wurden für zwei verschiedenen Riemenschnallen genutzt (vgl. die Zeichnungen).

Die Striche der Figur sind vom Handwerker oder Graffiti-Künstler auf beiden Platten durch Bewegungen des Meißels über die Fläche hinweg angebracht worden (sog. Tremolierstich). Das Metall stammt vermutlich von einem römischen Bronzegefäß, das in Stücke geschnitten und von einem lokalen Handwerker verwendet wurde.

Auf einem Stück hat der Handwerker seine Geschichte erzählt, vielleicht eher zufällig und nicht als Überlieferung für die Nachwelt bestimmt, weil die Figur zweigeteilt und als Beschlag verwendet wurde. Auf der größeren Riemenschnalle war die Figur unter dem Lederriemen verborgen, p det mindste===auf dem kleineren Fundstück wurden Teile der Figur als geometrische Verzierung verwendet.

Der Fundzusammenhang wurde erst neulich bei dem Studium der Metallverzierungen entdeckt. Erst eine Zeichnung zeigte plötzlich die gesamte Figur, einschließlich ihrer Füße und des Kessels, der auf beiden Teilstücken abgebildet ist.

Der Graffitkünstler erzählt eine Geschichte über makabre Menschenopfer. Er hat vielleicht in seiner Werkstätte mit Feuer in der Esse gesessen. Draußen war es dunkel geworden, und plötzlich erschienen zwei Kinder. Während er die Kinder mit der Erzählung über die Menschenopfer, von denen er gehört hatte, verschreckte, führte er den Meißel über die Metallplatte, die kurze Zeit später zu Teilen von Riemenschnallen umgearbeitet wurden.

In den 1950er Jahren hat Jørgen Bitsch diese Geschichte im Kino des Versammlungshauses erzählt.

 

Ein Teil des Kessels von Gundestrup